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Diese beiden großen Gestalten, jede ein Ruhm Englands, hatten vor einem halben Jahrhundert im Kreise der ›Fabier‹ Schulter an Schulter für den damals gleichfalls noch jungen Sozialismus gekämpft.

Seitdem hatten sie sich gemäß ihrer sehr bestimmten Persönlichkeiten mehr und mehr voneinander entwickelt, Wells in seinem aktiven Idealismus beharrend, unermüdlich an seiner Vision der Menschheitszukunft bauend, Shaw dagegen immer mehr das Zukünftige wie das Gegenwärtige skeptisch-ironisch betrachtend, um daran sein überlegen-amüsiertes Denkspiel zu erproben.

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Jetzt – in merkwürdiger Ähnlichkeit – waren meine Bücher aus ihrer Sprache wiederum entschwunden, was ich schrieb, blieb für Deutschland nun unbekannt.

Die Freunde waren fern, der alte Kreis zerstört, das Haus mit seinen Sammlungen und Bildern und Büchern verloren; genau so wie damals war ich wieder von Fremde umgeben.

Am ersten Abend – es dunkelte schon, und die Umrisse der Wände verschwammen in der Dämmerung – trat ich in die kleine Wohnung, die endlich bereit stand, und erschrak.

Denn mir war in dieser Sekunde, als hätte ich jene andere kleine Wohnung betreten, die ich vor fast dreißig Jahren mir in Wien eingerichtet, ebenso klein die Zimmer, und der einzige gute Gruß dieselben Bücher an der Wand und die halluzinierten Augen von Blakes ›King John‹, der mich überallhin begleitete.

Ich nahm mir, weil aller Besitz schon wieder Bindung bedeutet, darum kein Haus, sondern mietete ein kleines Fiat, gerade groß genug, um in zwei Wandschränken die wenigen Bücher zu bergen, die ich nicht zu entbehren gewillt war, und um einen Schreibtisch aufzustellen.

Damit hatte ich eigentlich alles, was ein geistiger Arbeiter um sich braucht. Aber ich wollte lieber in engstem Rahmen wohnen, um zwischendurch frei reisen zu können: schon war mein Leben unbewußt auf das Provisorische und nicht mehr auf Bleiben gestellt.

Die Agonie meiner Heimat sollte noch vier Jahre dauern.

Ich konnte zu jeder Stunde heimkehren, ich war nicht verbannt, nicht geächtet.

Shaw blendend in der Aggressivität, rasch und behende die Punkte des Vorstoßes wechselnd, der andere in taktisch starker Verteidigung, unerschütterlich wie immer der Gläubige und Überzeugte.

Ich hatte gleich den Eindruck, daß Wells nicht bloß zu einem freundschaftlichen Lunchgespräch gekommen war, sondern zu einer Art prinzipieller Auseinandersetzung.

Immerhin hatte ich einmal den besonderen und wirklich unvergeßlichen Genuß, die beiden schärfsten Köpfe, Bernard Shaw und H. Wells, in einer unterirdisch geladenen, äußerlich ritterlichen und brillanten Auseinandersetzung zu sehen.

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